Die Handtasche – Terra incognita

Die Wirtschaftspsychologin, Dr. Ute Rademacher, hat es in ihrer Studie „Without my Bag my World would tremble – Feminine Culture revealed by Bag Reading” wissenschaftlich belegt: Frauen kramen insgesamt etwa 76 Tage ihres Lebens in ihrer Handtasche. An den Forschungsergebnissen dieser wissenschaftlichen Studie besteht mit Sicherheit kein Zweifel. Viel interessanter ist dabei die Frage, warum Frauen so viel Lebenszeit damit verbringen, in ihren Handtaschen zu wühlen. Fragt man einen Mann, hat dieser sicherlich eine sehr naheliegende Antwort parat, die ihm sofort in den Sinn kommt, wenn er die Handtasche seiner Frau öffnet und hineinsieht: „Frauen schleppen einfach zu viel Krimskrams mit sich herum, dass sie die wirklich notwendigen Dinge einfach nicht mehr finden.“ Für so manchen Mann erscheint die Handtasche einer Frau wie eine Terra incognita für die Entdeckungsreisenden der frühen Neuzeit. Man findet vieles vor, das man nicht einordnen kann und alles derart durcheinander, dass man zunächst ein System hineinbringen möchte.

Vom Lippenstift zum Akkuschrauber – Die Handtasche fasst alles

Kippt eine Frau ihre Handtasche auf einer Unterlage aus, kommt so allerhand zum Vorschein, was man in einer Damenhandtasche nie vermuten würde. Neben der Standardausstattung: Geldbörse, Papiere, Schlüssel, Kosmetika, Hygieneartikel und Taschentücher führen Frauen noch viele Dinge bei sich, die vermutlich niemals zum Einsatzkommen. In mancher Handtasche findet man(n) fast das gesamte Kleinkram-Sortiment aus dem Baumarkt, also von der Kneifzange bis zum Akkuschrauber alles. Andere haben ein komplettes Näh-Set und stets eine Fusselbürste parat. Ganz gut sortierte Damen führen sowohl den Akkuschrauber als auch das Näh-Set mit sich. Natürlich finden sich auch Kalender unterschiedlicher Ausführungen wieder: Taschenkalender, Kartenkalender, Terminplaner – alles doppelt und dreifach. Für alle Zwecke – frau weiß ja nie, wozu sie es mal brauchen kann – hat sie auch noch eine viertel Rolle Toilettenpapier dabei. Für die Autobahnraststätte macht das durchaus Sinn, was selbige Klopapierrolle in der Handtasche aber beim Italiener um die Ecke zu suchen hat, fragt manch einer sich dann schon. Als ob es bei Giuseppe kein Papier auf dem Örtchen gäbe.

Frauen denken praktisch – und das ist auch gut so

So oft wie sich Männer auch darüber amüsieren mögen, dass ihre Frauen dermaßen viele Dinge mit sich führen, sie sind zumindest für alle Eventualitäten gewappnet. Reißt ihm vor dem wichtigen Abendessen mit dem Abteilungsleiter im Auto der Knopf ab – Frau kramt in ihrer Tasche nach dem Nähzeug und näht ihn kurzerhand wieder an. Entdeckt sie auf der Toilette eine Laufmasche in ihrer Strumpfhose, holt sie einfach die Ersatzstrumpfhose aus ihrer Handtasche. Fallen ihm die Schuppen aufs Sakko, zeigt sich, wofür es gut war, die Fusselbürste einzustecken. Man weiß ja nie, was noch so alles kommt. Frauen sind auf jeden Fall auf jeden eintretenden Notfall vorbereitet, nur auf einen nicht: wenn sie ganz schnell ihren Haustürschlüssel finden möchte, fallen ihr mit Sicherheit Fusselbürste, Akkuschrauber, die Großpackung Tampons, alle Anti-Babypillen für das nächste halbe Jahr und ein ganzes Kosmetikarsenal in die Hände. Nur ihr Schlüssel bleibt verschollen. Gut wenn man dann einen puristisch ausgestatteten Mann neben sich hat, der seinen Schlüssel einfach in der Hosentasche trägt.

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