Mary Janes – Für das Kind in der Frau

Frauen sind so vielseitig und ihr Charakter so weit verzweigt, dass sie sich kaum in eine passende Schublade stecken lassen. So kann die taffe Geschäftsfrau nach Feierabend zur sexy Partymaus mutieren, ebenso wie das zierliche Geschöpf im Kampfsportverein plötzlich reihenweise die Männer aufs Kreuz legt. Frauen haben eine Freude daran, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und bloß nicht einseitig klassifiziert zu werden. In dieser Erkenntnis könnte man auch den Erfolg von Mary Janes, jenen flachen Schuhen mit dem kindlichen Touch, sehen.
Es gibt eben Momente, in denen Frauen gerne auch einmal in die Rolle des schützenswerten Kindes schlüpfen. Mit ihrem Outfit unterstreicht eine Frau das Bedürfnis, zwischendurch auch einmal beschützt zu werden. Mary Janes Schuhe gehören zu einem solchen Outfit dazu. Was ist an Mary Janes so besonders? Es sind Schuhe mit stark gerundeter Schuhspitze und einem schmalen, flachen Blockabsatz. Dabei ist der Schaft weit ausgeschnitten und bedeckt nur den vorderen Spann- und Zehenbereich. Zusätzlichen Halt bekommt der Fuß durch die für Mary Janes so charakteristische Spange über dem oberen Rist. Solche Schuhe trugen und tragen normalerweise kleine Mädchen. Was fasziniert demnach erwachsene Frauen so daran?

Eine denkbare Erklärung ist eben die Tatsache, dass Frauen tagein tagaus ihr Leben in allen Lebenslagen meistern müssen. Sie sind ihren Partnern starke Stützen, wenn das Leben mal wieder mit voller Härte zuschlägt. Sie sind tapfer, wenn es um das Ertragen von Schmerzen aller Arten geht, zum Beispiel beim Geburtsvorgang. Sie sind talentierte Organisatorinnen, die selbst im größten Chaos den Überblick nicht verlieren, was Hausfrauen beispielsweise im Familienmanagement täglich unter Beweis stellen. Frauen wirken rein körperlich zwar schwach, sind charakterlich aber unschlagbar belastbar und stark.
Männer finden das sehr schnell heraus. Zwar kommt in ihnen der männliche Beschützerinstinkt auf, wenn eine zierliche Frau rein optisch schwächer als sie wirkt. Dass sie aber tief in ihrem Inneren absolut stark ist, das merken Männer dann doch recht schnell – und nutzen es auch gnadenlos aus. Klingelt es an der Türe, soll die Frau öffnen. Nicht weil er zu bequem dazu ist, sondern weil er sich nicht mit Fremden auseinandersetzen will. Muss man zu irgendwas Stellung nehmen, wird die Frau vorgeschickt. Alles, was irgendwie unangenehm sein könnte, wird von Männern in der Regel an Frauen delegiert. Sie wissen es zu schätzen, dass Frauen diplomatisch und redegewandt sind, dass sie dazu Nervenstärke besitzt, auch unangenehme Situationen zu ertragen. So muss frau eben für vieles herhalten, was Nerven kostet, während die Herren der Schöpfung alles übernehmen, was körperlich anstrengend ist. Doch was ist das heutzutage schon noch in Zeiten von Waschmaschinen, Wäschetrocknern, Bügeleisen, Staubsaugern usw.?
Frauen haben das Ungleichgewicht der Aufgabenverteilung schnell erkannt und wollen einfach auch mal so richtig als schwach erscheinen und nicht als die taffe Allround-Lebensmanagerin, für die Männer sie in der Regel so ansehen. Das könnte der Grund sein, weshalb Frauen hin und wieder gerne mal in ihre Mary Janes schlüpfen und das kleine Mädchen in sich zum Vorschein bringen. Schicke Mary Janes gibt es übrigens in den meisten Online Schuhshops. Wer schlau ist, spart beim Shopping dazu noch mit dem Gutschein. Also, auf geht’s zum fröhlichen Rollenwechsel.

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